7 Tipps für den Gebrauchtwagenkauf

Gebrauchtwagenkauf

Finanziell lohnt sich der Kauf eines Gebrauchtwagens gegenüber eines Neuwagens fast immer. Nicht nur der Kaufpreis ist niedriger, auch nach dem Kauf sinkt der Wert des Fahrzeugs wesentlich langsamer als bei Neufahrzeugen. Letzteres kommt einem immer dann besonders zugute, wenn man sich doch dafür entscheidet das Auto wieder zu verkaufen. Trotzdem ist der Gebrauchtwagenkauf nicht ohne Risiken und Ärgernisse. Man sollte sich darauf einstellen potentielle Kaufobjekte genau auf Mängel zu überprüfen und genügend Informationen einzuholen. Wir haben für Sie eine Checkliste zusammengestellt, sodass Sie guten Gewissens in den Auswahlprozess starten können: 

1. Setzen Sie sich ein Budget

Bevor Sie aktiv nach einem Gebrauchtwagen suchen ist es wichtig, dass Sie sich darüber klar werden wie viel Sie ausgeben möchten und wie Sie Ihr Budget ausgeben möchten. Was das “wie” angeht, haben Sie zwei Optionen: Bezahlen Sie die gesamte Summe direkt oder vereinbaren Sie eine Ratenzahlung. Wenn Sie sich für Ersteres entscheiden, stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur den genauen Kaufpreis bereithalten, sondern auch Kaufnebenkosten wie Zulassungsgebühren und Versicherungsbeiträge einberechnen. Diese Kosten variieren zum Teil von Fahrzeug zu Fahrzeug und sollten deshalb im Vorhinein sorgfältig recherchiert werden.

Sollte die Ratenzahlung die Zahlungsart Ihrer Wahl sein, seien Sie sicher, dass Sie mindestens 10% des Gesamtpreises als Anzahlung beiseite gelegt haben. Für die Laufzeit sollten maximal drei Jahre angestrebt werden. Beides gilt selbstverständlich nur als Daumenregel, hilft aber sich in den vielen verschiedenen Konditionen der unterschiedlichen Anbieter zurechtzufinden. Idealerweise sollten sich die monatlichen Kosten rund ums Fahrzeug nicht auf mehr als 20% Ihres monatlich verfügbaren Einkommens belaufen. 

2. Seien Sie sicher, was Sie wollen

Vermutlich stehen alleine in Ihrer Region unzählige Gebrauchtfahrzeuge zum Verkauf. Man verliert schnell den Überblick und weiß nicht wo man anfangen soll. Deshalb ist es eine gute Idee frühzeitig die Suche einzugrenzen. Denken Sie über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten nach, für die Sie Ihr zukünftiges Auto nutzen möchten. Fahren Sie eher kurze Strecken in der Stadt oder lange Strecken auf der Autobahn? Müssen Sie größere Objekte transportieren? Machen Sie eine Liste mit allen Attributen, die Ihr Fahrzeug haben soll.

3. Starten Sie eine systematische Suche

Nutzen Sie Ihre soeben erstellte Liste um die Suche auf einschlägigen Online-Marktplätzen einzugrenzen und zu filtern. Beim Suchen können Sie dann eine engere Auswahl von drei bis fünf Modellen identifizieren. Diese Eingrenzung macht die weitere Suche einfacher. Wenn Sie diese drei bis fünf Modelle identifizieren, ziehen Sie außerdem zwei weitere Faktoren in Betracht: Zuverlässigkeit und Betriebskosten. Manche Fahrzeuge erscheinen günstig im Anschaffungspreis, treiben dann aber die Betriebskosten durch hohe Versicherungsprämien und ständig anfallende Reparaturkosten in die Höhe. Vermeiden Sie diese Kostenfalle und recherchieren Sie diese frei verfügbaren Informationen im Vorhinein – wie zum Beispiel im regelmäßig aktualisierten ADAC Autokostencheck. Ist Sicherheit eine Priorität für Sie? Dann schauen Sie sich vor dem Kauf die Crashtest-Bilanz der von Ihnen ausgewählten Modelle an. 

Hier finden Sie eine Liste von Gebrauchtwagen-Websites:

  1. mobile.de
  2. autoscout24.de
  3. heycar.de
  4. gebrauchtwagen.de

Am Ende dieser Recherche haben Sie eine Liste mit potenziellen Modellen: Modelle, die alle Attribute aufweisen, die Sie im Alltag benötigen und deren Sicherheits- und Betriebskosten Bilanz vielversprechend aussieht.

4. Kennen Sie die handelsüblichen Preise

Bevor Sie konkrete Angebote online ansehen oder gar physisch in Frage kommende Fahrzeuge inspizieren, sollten Sie die Preisspannen der für Sie interessanten Modelle kennen. Viele Online-Plattformen bieten hier hilfreiche Informationen. So bekommen Sie eine Idee vom Marktpreis der verschiedenen Modelle bevor Sie sich für einzelne Fahrzeuge begeistern. Wichtig ist hier, dass es oft große Preisspannen pro Modell gibt und das ist völlig normal. Faktoren wie Kilometerstand, Alter und Ausstattung können den Gebrauchtwagenpreis dramatisch beeinflussen. Und denken Sie daran: Oft sind die online indizierten Preise Verhandlungssache.

5. Seien Sie sicher von wem Sie kaufen

An dieser Stelle ist Ihr Kauf auf Ihre Menschenkenntnis und auf Ihr Bauchgefühl angewiesen. Sowohl bei Privatverkäufen als auch bei professionellen Gebrauchtwagenhändlern ist das gesamte Spektrum von zweifelhaften Geschäftspraktiken bis hin zu professionellen und fachkundigen Verkäufern vorhanden. Hier sollten Sie auf Ihr Bauchgefühl hören, allerdings nicht ohne einige Daumenregeln, die wir Ihnen mit auf den Weg geben möchten: 

Grundsätzlich ist es immer vorteilhaft sich Händler oder Privatpersonen persönlich empfehlen zu lassen. Mundpropaganda und persönliche Bekanntschaften können hier Gold wert sein. Sollten Sie solcherlei Verbindungen oder Empfehlungen nicht haben, machen Sie Händler ausfindig, die offiziell zertifiziert einen Fahrzeughersteller repräsentieren. Sollten Sie einen solchen Händler ausfindig gemacht haben, lohnt es sich allerdings trotzdem noch, Familie und Freunde zu fragen ob jemand jemanden kennt, der dort schon mal ein Fahrzeug erworben hat. So sind Sie auf der sicheren Seite. 

Obwohl professionelle Händler einem verlässlicher erscheinen mögen, kann man bei Privatkäufen ebenfalls ausgesprochen gute Deals ergattern. Sollten Sie einen solchen Deal ausfindig gemacht haben, seien Sie skeptisch, fragen Sie nach, bestehen Sie auf Testfahrten und scheuen Sie nicht davor zurück “nein” zu sagen.

Es gibt keine “sichere” Methode Fallen beim Gebrauchtwagenkauf zu vermeiden, Sie können die Risiken allerdings durch sorgfältige Recherche und generelle Wachsamkeit minimieren.

(In diesem Video erklärt Alexander Bloch von Auto, Motor und Sport Die 9 Todsünden beim Gebrauchtwagenkauf.)

6. Überprüfen Sie die Fahrzeughistorie

Manche Fahrzeuge haben, genau wie manche Personen, eine zwielichtige Vergangenheit. Betrachten Sie deshalb die Informationen aus den Fahrzeuganzeigen oder vom Händler selbst immer mit einer gewissen Vorsicht und nehmen sie diese nicht gleich für bare Münze. Autoverkäufer investieren unter Umständen einige Zeit und Energie darin, Unfälle, Schäden und verpasste Inspektionen vor Ihnen geheimzuhalten. Prüfen Sie deshalb immer selbst die Fahrzeugpapiere, eventuell vorhandene Fahrtenbücher sowie das Service-Scheckheft (manchmal auch Service- oder Wartungsplan genannt).

Prüfen Sie zudem ob aktuelle Rückrufe für Ihr Fahrzeug vorliegen. Hierfür gibt es verschiedene Informationsquellen, bei Gapless bekommen Sie jedoch alle tagesaktuellen Rückrufen für Ihr spezielles Fahrzeug (identifizierbar anhand der KBA-Nummer) in Sekundenschnelle. Einfach die App herunterladen, KBA eingeben und Sicherheitsrisiken vermeiden.

Stellen Sie beim Prüfen des Serviceheftes sicher, dass die Einträge vollständig erscheinen und fragen Sie bei etwaigen Lücken kritisch nach. Haben Sie besonderes Augenmerk auf die Kilometerstände. Sollten diese in chronologischer Reihenfolge nicht übereinstimmen, liegt möglicherweise Tachobetrug vor.  

Um ganz sicherzugehen, keine Mängel zu übersehen: Führen Sie Ihre eigene kleine Inspektion des Fahrzeugs durch. Das hört sich erst einmal etwas einschüchternd an, muss es aber nicht sein. Informieren Sie sich über typische Mängel des Modells Ihrer Wahl und/oder bringen Sie einen Bekannten mit, der sich besser mit Autos auskennt als Sie. 

Zu guter Letzt empfehlen wir einen OBD2 Scanner mitzunehmen. Dieses Gerät kann sich mit dem Computersystem des Fahrzeugs verbinden und so relevante Informationen auslesen. Das können beispielsweise Fehlercodes oder anstehende Reparaturen sein, die im Cockpit des Fahrzeugs nicht angezeigt werden. Verkäufer, die nichts zu verbergen haben, sollten kein Problem damit haben, Sie das Gerät anschließen zu lassen. Die Kosten eines solchen Scanners belaufen sich auf weniger als 50€. 

7. Bitten Sie um Hilfe

Zögern Sie nicht um Hilfe zu bitten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das benötigte Wissen für den Gebrauchtwagenkauf Ihren Horizont übersteigt, seien Sie sich nicht zu schade jemanden um zu Hilfe zu bitten. Ob Nachbar, Bekannter oder Familienmitglied, es lohnt sich jemanden beim Kauf dabei zu haben, der sich auskennt. Es mag Sie ein wenig Überwindung und vielleicht sogar ein Abendessen kosten, aber letzten Endes wird es sich lohnen. Alternativ können Sie eine Werkstatt Ihrer Wahl darum bitten, eine Inspektion für Sie durchzuführen. Durch deren Unabhängigkeit vom Verkäufer können Sie sicher sein, dass Sie so alle Informationen bekommen, die Sie vor dem Kauf brauchen. 

Nach all den Tipps bleibt uns dann nur noch Ihnen viel Erfolg bei der Gebrauchtwagensuche zu wünschen! Und vergessen Sie nicht, sich Gapless anzusehen: Die letzte Auto-App die Sie je brauchen werden.

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