#thingsyoulove: Die Zukunft der Automobilität oder die Liebe zum Automobil

Playmobil Automobil

Jan Karnath, CEO bei Gapless

Momentaufnahme. Rosenthaler Platz, Berlin Mitte. Gehupe, Geschrei, Geschimpfe und wildes Gestikulieren mit den Händen. Verkehr, Chaos. Dort ein E-Scooter Fahrer, der beinahe beim Rechtsabbiegen von einem Carsharing-Nutzer niedergestreckt wird. Hier eine Fußgängerin, die auf dem Bürgersteig mit einem Bikesharing-Enthusiasten aneinander gerät und wutentbrannt von dannen zieht. Alltag im Epizentrum der deutschen Share-Economy-Szene.

Allein sechs E-Scooter-Unternehmen sind auf den Straßen der Hauptstadt mit ihren Flotten unterwegs, Tendenz steigend. Fast monatlich kommt gefühlt ein neuer Carsharing-Dienst zum Verkehr dazu, der die Preise nochmal unterbietet und sein Angebot an die Bedürfnisse der Nutzer anpasst, Ridesharing-Dienste die schon bald autonom uns Menschen von A nach B bringen sollen.

Rumliegende Roller von Sharing-Diensten, automobilität

Ohne Frage, auf den Berliner Straßen hat sich in den letzten Jahren enorm viel getan (und natürlich nicht nur hier). Neue Mobilitätskonzepte und Geschäftsmodelle erobern unsere Städte im Sturm. Angesichts verstopfter Straßen, steigender Benzinpreise, CO2-Belastungen, erstickender Städte und drohender Fahrverbote stellt sich die Frage, ob der Individualverkehr und die Automobilität in ihrer heutigen Form noch eine Zukunft haben. Doch ist eine Welt ganz ohne Automobil überhaupt vorstellbar? Und welche Rolle spielt dabei das eigene Auto und der damit verbundene Wert?

Die Mobilität von morgen

Mobilität ist schon immer ein Ausdruck von Unabhängigkeit und sozialer Teilhabe gewesen. Spätestens seit der Massenmotorisierung und dem VW Käfer steht das Auto wie kein anderes Verkehrsmittel für individuelle und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. 

Um eine Mobilität zu ermöglichen, die den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt auch in Zukunft gerecht wird, braucht es ohne Frage neue, smarte und nachhaltige Modelle und Visionen. Das Auto steht dabei nicht mehr zwingend im Mittelpunkt der Verkehrsplanung, sondern ist eine Möglichkeit von vielen, um schnell und bequem von A nach B zu kommen. Multimodale Mobilität gewinnt vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung. Die Share Economy bietet Menschen aus Ballungszentren auch ohne eigenes Auto ein Höchstmaß an Mobilität und macht diese gleichzeitig bezahlbar. Außerdem nehmen Städte bereits Millionen in die Hand, um eine grüne und nachhaltige Stadtplanung voranzutreiben. Und es gibt bereits eine ganze Reihe funktionierender Verkehrsmodelle, von denen wir lernen können. Kopenhagen ist ein sehr gutes und viel zitiertes Beispiel: Die Stadt ist Vorreiter in Sachen Fahrradfreundlichkeit. Im Englischen findet sich bereits das Wort copenhagenize (dt. „Kopenhagenisierung“), welches die Umgestaltung zur Fahrradstadt beschreibt. In der dänischen Hauptstadt radeln etwa zwei von drei Bewohnern jeden Tag zur Arbeit oder Schule.

Fahrradfahrer, Mobilität

Totgesagte leben länger: Warum das eigene Auto noch lange nicht ausgedient hat

Wo bleibt in der Welt von morgen der Platz für das eigene Auto? In letzter Zeit wurden wieder vermehrt Stimmen laut, dass Auto – insbesondere das eigene – habe bald ausgedient. Insbesondere junge Menschen würden sich kaum mehr für den Autobesitz interessieren, heißt es immer wieder. Diese veränderten Einstellungen werden als Treiber der Share Economy herangezogen. 

Doch was ist dran an diesen Behauptungen? 

Ein im September erschienener Artikel im Manager Magazin zeichnet nun ein ganz anderes Bild und identifiziert die Abkehr vom Wunsch nach dem eigenen Auto als Mythos. Auch ein im Oktober veröffentlichter Artikel widmet sich diesem Thema und trägt die bezeichnende Headline „Die Liebe zum eigenen Auto geht in die nächste Generation“. „Zwar stimmt es,“ schreibt Manager Magazin-Autor Arvid Kaiser, „dass junge Erwachsene heute weniger Autos besitzen, als es einst ihre Elterngeneration tat. Dieser Wandel lässt sich aber vollständig mit Faktoren erklären, die nichts mit einer veränderten Einstellung zu tun haben.“ Im wesentlichen spielen drei Aspekte eine Rolle: (i) weniger junge Erwachsene können sich heute überhaupt ein Auto leisten, (ii) weniger Menschen wohnen auf dem Land, und mehr in Stau-verstopfte Großstädte, und sind deshalb auch nicht unbedingt auf ein Auto angewiesen und (iii) die Familienplanung rückt weiter nach hinten. Diese Faktoren wurden von gleich mehreren Studien aus den USA bestätigt, wie auch im Handelsblatt nachzulesen ist. Sie widerlegen damit die These, dass Präferenzverschiebungen die Ursache für den Rückgang des Autobesitzes bei jungen Leuten sind. Von „nicht haben wollen“ kann also hier keine Rede sein. Die Geschichte des privaten Automobils ist noch lange nicht auserzählt!

Bewusster Besitz als neuer Trend

Die Share Economy revolutioniert unser Verhältnis zum Besitz. Allerdings stehen die beiden Konsumarten – das Teilen und das Besitzen – nicht in Konkurrenz zueinander, sondern sie ergänzen sich. Was meine ich damit? Die Share Economy führt zu einem bewussteren Besitz von Dingen. In Zeiten von Fast Fashion und Shared Mobility gibt es nur noch wenige Dinge, die Individualismus, Stil und Geschmack transportieren. Ich denke, das „bewusste Besitzen“ wird deshalb zu einem neuen Trend, der parallel zur Share Economy zu sehen ist. Es geht um Dinge, die du liebst – bei Gapless nennen wir das #thingsyoulove.

Oldtimer Auto

Für den Trend des bewussten Besitz bieten wir einen neuen Ansatz und eine innovative Lösung. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Liebe zum Auto noch nicht erloschen ist. Weder heute, noch in der Welt der kommenden Jahre. Das gilt übrigens auch über den Oldtimer hinaus – denken wir beispielsweise an Boote.

Autos gehören heutzutage nicht einfach nur zu den Annehmlichkeiten einer modernen Gesellschaft. Viele von uns haben eine emotionale Bindung zu unseren Fahrzeugen, die weit über materielle Interessen hinausgeht. Eine Geschichte. Wir haben dem ersten Wagen wie verrückt entgegengefiebert und fahren diesen heute immer noch, wir haben Fotos vom ersten Nummernschild, von der stolzen Übergabe am 18. Geburtstag. Vom ersten Roadtrip über die Alpen. Wir verbinden damit eine schöne Urlaubsreise mit der Familie oder einen Kuss nach dem ersten Date im Autokino. Wir begreifen unser Auto als wichtigen Teil unseres alltäglichen Lebens. Und das wird sich nicht ändern.

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